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Im Gespräch mit Dirk Reuter

Global Energy Officer der Messer Group

Wie wird man Global Energy Officer? 

Dirk Reuter: Ich bin Ingenieur für Verfahrenstechnik und habe mich in meiner Laufbahn schon immer schwerpunktmäßig mit Luftzerlegungsanlagen (LZA) beschäftigt. Viele der Anlagen von Messer habe ich selbst ausgelegt, mit geplant und in Betrieb genommen, kenne sie also bis ins Detail. 



Warum wurde diese Position bei Messer eingerichtet? 

Dirk Reuter: Luftzerlegung braucht sehr viel elektrische Energie. Da wir als verantwortungsbewusstes Industrieunternehmen den Einsatz von Energie so weit wie möglich minimieren – und CO2-Emissionen so weit es geht vermeiden wollen – müssen wir uns intensiv und kontinuierlich mit der Effizienz dieses zentralen Prozesses beschäftigen. 

Wie können Sie Einfluss nehmen? 

Dirk Reuter: Ich habe direkten Zugriff auf alle wichtigen Daten aus den LZA des Unternehmens und überprüfe regelmäßig, wie effizient sie arbeiten. Gibt es Abweichungen vom Optimum, setze ich mich mit den Kollegen vor Ort in Verbindung, und wir beraten uns über die notwendigen Maßnahmen.

Geben Sie uns ein Beispiel? 

Dirk Reuter: Bei Kunden, die per Pipeline mit Gas versorgt werden, muss die Betriebsweise der LZA kontinuierlich dem jeweiligen Bedarf angepasst werden. Erfolgt dies nicht in optimaler Weise, kann es vorkommen, dass die Produktion größer ist als die Abnahme. In einem solchen Fall muss zuvor mit hohem Energieeinsatz erzeugtes Produkt abgeblasen werden. Derartiges kann passieren, wenn beispielsweise der Kunde sein Abnahmeverhalten deutlich geändert hat. Wir begegnen dem dann gegebenenfalls mit angepassten Regelkonzepten oder Automatisierung. Im Extremfall kann ein Umbau der Anlage nötig sein.

Gibt es noch andere Bereiche, die für die Energieeffizienz eine Rolle spielen? 

Dirk Reuter: Der Transport der Gase spielt eine wichtige Rolle und ist mit der Effizienz der LZA verzahnt. Die LZA sollen möglichst hoch ausgelastet, die Transportwege möglichst kurz sein. Ab einem Bedarf von 200 Kubikmetern pro Stunde sollte man über eine Gasegewinnung am eigenen Standort nachdenken. 

Welche Herausforderungen kommen in Zukunft auf Messer zu? 

Dirk Reuter: In der Stahlproduktion erwarten wir in wenigen Jahren neue Verfahren, die wesentlich größere Mengen an Sauerstoff benötigen werden als heute. Wir brauchen also größere LZA, die natürlich erst recht besonders effizient sein müssen. An der Planung solcher Anlagen arbeiten wir schon jetzt.

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