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Im Gespräch mit Alfred Rennert

Bauleiter beim Bauunternehmen Züblin

Der Kunde:

Als eines der führenden deutschen Bauunternehmen ist die Ed. Züblin AG auf allen Gebieten des Bauwesens aktiv und betreibt eigene Rohrund Fertigteilwerke. Gegründet wurde es 1889 in Straßburg vom Schweizer Ingenieur Eduard Züblin. Heute hat der Konzern mit Niederlassungen und Beteiligungsgesellschaften auf der ganzen Welt seinen Hauptsitz in Stuttgart.

„Die technische Herausforderung war außerordentlich hoch. Hinzu kam starker Termindruck.“

Welche Aufgabe hat Ihr Unternehmen an der S-Bahn-Baustelle in Düsseldorf?

Alfred Rennert: Züblin ist mit den Kompensationsarbeiten am Kaufhof an der Kö betraut. Das bedeutet, dass wir mögliche Setzungen ausgleichen, also das Absenken des Gebäudes, das beim Tunnelbau vorkommen kann.

Warum haben Sie sich dabei für das Erdreichgefrieren entschieden?

Alfred Rennert: Ich habe mit Messer bereits bei Bauarbeiten an der Kanalbrücke Lippe zusammengearbeitet. Das verlief sehr konstruktiv und vertrauensvoll. Daher bin ich gerne auf diesen Kontakt zurückgekommen, als es in Düsseldorf darum ging, in möglichst kurzer Zeit einen stabilen Eiskörper herzustellen. An einem Donnerstagabend im Oktober rief ich Herrn Tauchmann an, den ich von damals kannte, und schon eineinhalb Wochen später konnten wir mit den Bohrarbeiten beginnen. Das war eine echte Meisterleistung – schließlich mussten in dieser Zeit ein technisches Konzept erstellt, der Ablauf geplant und die Finanzierung gesichert werden.

Wie verlief die Arbeit auf der Baustelle?

Alfred Rennert: Während wir noch bohrten, haben wir gemeinsam schon gleichzeitig an anderen Stellen die Vereisungslanzen eingebaut. Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Einmal war die technische Herausforderung außerordentlich hoch. Wir mussten 40 Meter tief durch vier Ankerlagen auf 30 Zentimeter genau ein Bohrziel erreichen. Außerdem standen wir unter großem Termindruck, da wir die Baufläche für den Aufbau der Tunnelbohrmaschine wieder möglichst schnell freigeben mussten. Also haben wir Tag und Nacht durchgearbeitet. Ob wir eine Bohrung um 14 Uhr oder um drei Uhr nachts abschlossen – die Leute von Messer waren sofort an Ort und Stelle, um zusammen mit unseren Arbeitern die Vereisungslanzen einzubauen und anschließend die Druckprüfung vorzunehmen.

Hatten Sie vorher schon Erfahrung mit der Stickstoffvereisung von Erdreich?

Alfred Rennert: Es war das erste Mal, dass ich die Stickstoffvereisung mit ausgeführt habe, allerdings wusste ich von den Planungen an der Kanalbrücke Lippe, wie es funktioniert. Praktische Erfahrung hatte ich bisher nur mit Solegefrieren. Mit diesem Verfahren hätte die Herstellung des Eiskörpers aber zu lange gedauert. Nur mit Stickstoff kann das Erdreich in sehr kurzer Zeit gefroren werden – aufgrund der extrem niedrigen Temperatur spricht man ja auch vom Schockgefrieren.

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