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Im Gespräch mit Zalán Varvasovszki

Experte für Wassertechnologie bei Fejérvíz:

Der Kunde:

Seit 1913 versorgen die Wasserwerke von Fejérviz Zrt das Komitat Fejér, das sich südwestlich von Budapest zwischen Plattensee und Donau erstreckt, mit Trinkwasser und übernehmen die Aufbereitung des Abwassers. Das kommunale Unternehmen hat mit dem PSB-Verfahren von Messer die Leistung vorhandener Anlagen ohne zusätzliche Neubauten beträchtlich gesteigert.

„Das PSB-Verfahren hat uns voll überzeugt, so dass wir im Mai 2010 ein zweites PSB-System in Vértesacsa in Betrieb genommen haben.“

Mit welchen Schwierigkeiten waren Sie in der Kläranlage in Mezőszilas vor dem Testbetrieb des PSB-Systems konfrontiert?

Zalán Varvasovszki: In Mezőszilas gibt es ein Pflegeheim, das in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Etwa ein Drittel des Abwassers im Ort kommt aus diesem Heim – viel mehr als ursprünglich vorgesehen, und es ist außerdem sehr stark mit Ammoniak belastet. Das herkömmliche Belüftungssystem im örtlichen Klärwerk war damit überfordert. Auch zusätzlich installierte Belüftungskapazität konnte nicht immer für eine angemessene Luftzufuhr und ausreichende Reinigung im Belebtschlamm-System sorgen. Das Belebungsbecken verrottete zusehends.

Was haben Sie unternommen?

Zalán Varvasovszki: Wir haben 2007 ein System mit Reinsauerstoff-Zugabe ausprobiert. Die nötige Infrastruktur und den Sauerstoff lieferte Messer. Die drei Belüftungsdüsen wurden erneuert und etwa fünf Kubikmeter Sauerstoff pro Stunde in das Belebungsbecken eingebracht.

Welche Ergebnisse haben Sie erreicht?

Zalán Varvasovszki: Nach zweieinhalb Wochen hatten wir wieder einen optimalen „lebendigen“ Betriebszustand erreicht. Die Zugabe von reinem Sauerstoff sichert die stabile Nitrifikation und günstige biologische Bedingungen. Das Verfahren hat sich auch in Zeiten ungewöhnlich hoher Abwassermengen bewährt, denn wir haben inzwischen viele mehrtägige Stoßbelastungen erlebt. In solchen Fällen sinkt der Sauerstoffgehalt im Abwasser drastisch ab. Mit der flexiblen, partiellen Sauerstoffzugabe konnten wir darauf wirkungsvoll reagieren. Zudem sank der Stromverbrauch der Kläranlage deutlich. Das PSB-Verfahren hat uns voll überzeugt, so dass wir es im September 2008 als Referenzsystem installiert haben. Im Mai 2010 haben wir ein zweites PSB-System in Vértesacsa in Betrieb genommen.

Wie sah die Situation Vértesacsa aus?

Zalán Varvasovszki: Auch hier war die Kläranlage einer hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt. Die PSB-Anlage sorgt jetzt für eine Sauerstoffversorgung, die für die Nitrifikation optimal ist, auch in Phasen des höchsten Bedarfs. Wir konnten deshalb die Betriebszeit der Belüftungsdüsen um 15 bis 20 Prozent verringern. Der Stickstoffgehalt im gereinigten Wasser liegt kontinuierlich unter 20 Milligramm pro Liter und damit deutlich unter dem Grenzwert. Theoretisch könnte die Kläranlage jetzt sogar zehn bis 20 Prozent mehr Zulauf aufnehmen.

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